Unfassbar für uns alle vom Schwäbischen Albverein Rommelshausen – Waltraut Biemelt ist am 6. November 2020 gestorben.
Sie gehörte zum Vorstandsteam und war langjährige Wanderführerin. Ihre vitale, zupackende Art ließ niemand vermuten, dass sie 86 Jahre alt war.
In Breslau geboren, wurde die Familie nach dem Krieg vaterlos in die DDR ausgewiesen. Etliche Jahre nach dem Mauerbau, nach dem Tod ihrer Mutter, „fuhr“ sie mit leichtem Gepäck nach Westdeutschland. Sie konnte bei ihrer Schwester in Esslingen wohnen. Als Dipl.-Ingenieurin arbeitete sie als eine der ersten weiblichen Abteilungsleiterinnen bei Daimler bis zu ihrer Pensionierung.
In Rommelshausen fand sie 1996 eine Wohnung, nahm Kontakt zu unserer Ortsgruppe auf, wurde 1997 Mitglied. Bereits im Februar 1997 führte sie mit Emmi Gerst ihre erste Wanderung um Winterbach. Als passionierte Wanderin schrieb sie immer genau Tagebuch über ihre sämtlichen Touren. Ihre einstigen Mitbewohner in Leipzig retteten ihr nach ihrer „Ausreise“ diese Kostbarkeiten aus dem Müll. Schon bald wurden wir Nutznießer dieser Dokumente.
Unsere erste Wanderwoche mit Waltraut führte uns in ihre alte Heimat, ins ehemalige Schlesien mit Breslau und auf die Schneekoppe im Riesengebirge. Sie war die geborene Managerin, weitere unvergessene Wanderwochen folgten: Elsaß, Elbsandsteingebirge, Dolomiten, Berner Oberland, Harz, Madeira, Zittauer Gebirge, Bregenzer Wald, Montafon, Zillertal, 2 x Thüringen. Außerdem führte sie viele Tages- und Mehrtageswanderungen – welch eine Bereicherung für unseren Verein!
Als Hans Schniepp 2017 aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz für unsere Ortsgruppe abgeben musste, war Waltraut Biemelt bereit, zusammen mit Edith Fischer und Erika Vogel, die Führung zu übernehmen. Im vergangenen Jahr stürzte sie. Ihre Schulterverletzung zog drei Operationen nach sich, von denen sie sich nicht mehr vollständig erholte. Aber sie gab nie auf, wanderte kürzere Strecken und plante für dieses Jahr zwei interessante Ausfahrten für die Senioren. In der „Coronazeit“ war sie es, die durch Telefonate, Besuche, kurzfristig organisierte Stammtische für einen Zusammenhalt unserer Mitglieder sorgte.
Mit großer Dankbarkeit werden wir sie unsäglich vermissen.
Ihrer Schwester Christel mit Ehemann Claus und ihrem Bruder mit Familie wünschen wir viel Kraft für die kommende schwere Zeit.
